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FREEneck

Tragesystem für Saxophone (und Fagotte) von ERGOnomic SYSTEMS

 
Alle Tragegurte, ob Hals- oder Schultergurte, gut oder schlecht gefüttert, ergonomisch geformt oder nicht, haben  eines gemeinsam: Die Wirbelsäule des Musikers trägt zusätzlich zu ihrer normalen Belastung ein paar Kilo mehr, solange der Musiker sein Instrument trägt. Dies sind beim Altsaxophon etwa 2,5 kg, 3,5 kg beim Tenor, 5,5 kg beim Bariton und 8 kg beim Baßsaxophon. Dabei ist es für die Wirbelsäule gleichgültig, ob der Spieler sitzt oder steht, ob er übt, in einem Konzert spielt, oder ob er unterrichtet. So kommen bei einem Profi viele Stunden pro Tag zusammen, und das fast täglich.

freeneckDer Ingenieur Ekkehard Gorski hat ein einzigartiges Tragesystem für Saxophonisten entwickelt, die sich vor verspanntem Nacken oder zukünftigen Rückenproblemen schützen wollen, aber auch für Musiker, die bereits  Rückenprobleme haben.  Im Jahre 2000 stellte er ein erstes Modell seines FREEneck Systems vor. Mittlerweile steht es in der  weiterentwickelten Version 2.4 zu Verfügung.

Das FREEneck Tragesystem schafft es, das Gewicht des Instruments direkt auf die Hüften zu bringen und so Hals und Rücken zu entlasten.  Und das geht so: Man legt einen Gürtel um die Hüften, der auf der Rückseite eine kleine Tasche hat. In diese Tasche stellt man einen Rückenbügel aus Aluminium, welcher bis hinauf hinter dem Hals reicht. Dieser Bügel trägt einen Halsgurt, ähnlich dem gewohnten. Das Gewicht des Saxophons wird auf diese Weise über den Rückenbügel auf den Hüftgurt abgeleitet, der Rücken selbst wird entlastet.

Wir haben das System ausprobiert und überprüft, ob es sich in der Praxis genauso gut macht wie die Theorie klingt. Zunächst sind Ikea-Erfahrungen bei dem künftigen FREEneck-Träger gefragt. Auspacken und benutzen wie es ist, klappt leider nicht. Das System gab es bislang nur in einer Größe, es ist auf kleine wie große Musiker einstellbar. Entsprechende Einstell-Arbeiten können niemandem erspart werden, allerdings benötigt man – anders als bei Ikea-Möbeln – kein Werkzeug. Die Länge des Rückenbügels ist in einem recht großen Bereich verstellbar. Ein Beschreibungsblatt gibt ca.-Längen für Körpergrößen zwischen 1,60m und 2,05m an. Ab sofort gibt es auch einen kurzen Rückenbügel für Kinder: Er lässt sich bei einer Körpergröße zwischen 1,29m  und 1,58m verwenden.  Die Bügellänge muss eingestellt, überprüft und möglicherweise mehrfach nachgestellt werden, bis er die optimale Länge hat. Die Länge ist richtig eingestellt, wenn die Oberkante des Halsgurts mit der Oberkante des Hemdkragens abschließt. Dies kann man im Spiegel gut sehen, man benötigt also keinen Helfer zum Anprobieren.

Dies war leicht, nun kommt der schwierigere Teil. Der obere Teil des Rückenbügels ist bereits leicht gerundet. Aber nicht jeder Saxophonist verfügt über den deutschen Norm-Rücken. Viele Saxophonisten mit etwas runderem Nacken können den Tragekomfort vergrößern, indem sie das Oberteil des Bügels etwas nachbiegen. Aber wo und wie? Dazu ist der fachmännische Blick und etwas handwerkliches Geschick eines Helfers durchaus vorteilhaft. Wenn der Bügel im Nackenbereich gut konturiert wird, ist es kein Problem, den FREEneck unter einem Sakko oder einer Jacke zu tragen, ohne auszusehen wie der Glöckner von Notre-Dame. Ich habe den FREEneck bei einem ausgiebigen Bühnen-Test auch schon zwischen T-Shirt und (offenen) Hemd getragen.

Kein Vorteil ohne Nachteil. Auch in der ausgereiften Version schränkt der FREEneck natürlich die Bewegungsfähigkeit des Oberkörpers ein. Dies ist zunächst störend. Wer sich bücken will (z.B. das Saxophon in den Ständer stellen oder herausnehmen), wird sich die Bewegung angewöhnen, die auch der Orthopäde empfiehlt: bei annähernd geradem Rücken in die Hocke gehen.  Für Hampelmänner und Zappelsaxer vielleicht eine zu große Umstellung. In der Bill Haley Revival Band kommt der FREEneck wahrscheinlich nicht so gut.  Saxophonlehrer haben wiederum davon berichtet, daß sie aus einem langen Unterrichtstag spürbar entspannter herausgehen, wenn ihr Saxophon 5-6 Stunden an einem FREEneck hing, als wenn es direkt am Hals gebaumelt hätte.

Unbedingt zu empfehlen bei großen Saxophonen: Tenor, Bariton, Bass. Und beim Fagott. Beim Bariton und Bass passt der FREEneck übrigens für den Transport in den Schallbecher. Ausprobieren lohnt auch beim Alt.

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei € 99,-

Kontakt: www.freeneck.de (homepage ist erst im Aufbau), bei dem Stichwort „freeneck“ leitet einen jede Suchmaschine zu Fachhändlern, die diesen Artikel führen.

freeneck.html

                                   Klaus Dapper


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Erstveröffentlichung in  sonic - wood & brass


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