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ff-Blattschraube

Saxophonisten und Klarinettisten auf der Suche nach dem ultimativen sound bzw. Spielgefühl haben schon lange entdeckt, dass auch von so unbedeutendem Zubehör wie der Blattschraube ein spürbarer Einfluss ausgeht. Man experimentiert mit Blattschrauben aus verschiedenen Materialien wie Drahtgeflecht, Kunststoff, Leder und Textil. Wer das Ziel seiner Träume noch nicht erreicht hat, hat nun eine weitere Wahl: die neue ff-Blattschraube. ff-BlattschraubeDer Hersteller bezeichnet sie als „gefederten Spannring“. Das Besondere, was diese Schraube von allen anderen unterscheidet, ist, dass der aus einem einzelnen Metalldraht geformte Spannring das Mundstück selbst an keiner Stelle berührt. Er verläuft im weiten Bogen um das Mundstück herum. Einzige Berührungspunkte sind ein Gummifuß auf der Schraubseite und ein Blatthalter gegenüber auf der Blattseite. Blatthalter gibt es in drei verschiedenen Ausführungen, die alle drei mit dem Spannring mitgeliefert werden. Einer ist vollständig aus Gummi, zwei weitere haben unterschiedlich geformte Metallauflagen, die auf Gummi gelagert sind. Eine Metallauflage hält das Blatt an vier Punkten, die zweite bildet zwei Längsstreifen als Berührungsflächen. 

Da der Spannring großzügig bemessen ist, kommt der Hersteller mit nur zwei Größen aus: klein und groß. Der kleine passt auf Klarinetten-, schlanke (Metall-) Tenorsax-Mundstücke und Mundstücke für Alt- und Sopransaxophone. Der große passt ebenfalls auf Klarinettenmundstücke, darüber hinaus auf größere Saxophonmundstücke.  Als weiteres (extra zu erwerbendes) Zubehör gibt es  Kunststoff-Schutzkappen, je nach Mundstückart in vier unterschiedlichen Größen. Wegen der besonderen Form der Blattschraube können normale Kapseln nicht verwendet werden.

Wir erprobten den ff-Spannring auf verschiedenen Altsaxophonmundstücken. Die Montage des Blatts dauert zunächst etwas länger, da der Spannring mangels seitlicher Führung leicht wegzurutschen droht, bis er schließlich befestigt ist. Dann hält er das Blatt doch sicherer als man ihm ansieht; es ist allerdings nicht so fest mit dem Mundstück verbunden wie bei der Verwendung einer traditionellen Blattschraube. Probleme kann es geben, wenn während des Spielens einmal nachgestimmt werden muss. Dabei können Schraube und Blatt leicht verrutschen.

Ansonsten unterscheiden sich die Spieleigenschaften in der Tat positiv von denen mit   Verwendung  der üblichen Blechschraube. Sie sind ähnlich wie die Spieleigenschaften von Textilschrauben, aber doch wieder etwas anders. Auch die 3 verschiedenen Blatthalter / soundplates bieten nochmals unterschiedliche sound-Varianten, wie man  es auch von anderen Fabrikaten mit unterschiedlichen soundplates kennt. Da müsste für jede individuelle Vorliebe etwas dabei sein.

Leider ist es kaum möglich, das Mundstück mit Schraube und Kappe im Etui zu befördern. Es passt nicht in das in vielen Koffern vorgesehene Nest, und wenn es lose im Zubehörfach herumpoltert, können sich Blatt, Schraube und Kapsel leicht voneinander lösen. Der Hersteller empfiehlt auch, nach jedem Spielen die Schraube zu demontieren und sie in der Aufbewahrungsdose zu lagern. Nichts für Faulpelze also, aber was tut man nicht alles für den ultimativen sound?

Der ff Spannring ist aus Edelstahldraht. Er ist versilbert, vergoldet und schwarz (vernickelt?) lieferbar. Die Schutzkappen gibt es in denselben drei Farben.

Zu den ff-Asseccoires gehören jeweils mehrsprachige Beschreibungen und Gebrauchsanleitungen, die zum Teil informativ sind, zum Teil auch recht amüsant. Zu den 3 Blatthalterungen lesen wir beispielsweise: Der „Gummihalter mit zwei Längsschienen erbringt einen Filzklang (pastös)“. Die englische Version spricht von „velvety sound (mellow)“, worunter man sich schon mehr vorstellen kann. Noch eine Kostprobe? „Diese Halterkombination erlaubt einen besseren Spielraum mit den verschiedenen Klangfarben der Mundstücke und Blätter.“

Also: Am besten selber ausprobieren; dann wird schon klar, was man uns sagen wollte.


Hersteller: ff Accesorios Musicales, Lodosa, Spanien

Mehr Info: www.ff-fortissimo.com

 


                                   Klaus Dapper


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Erstveröffentlichung in  sonic - wood & brass


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